Presse-Medien überlegen neue Bezahlinhalte im Web - Vorbild Musik-Stores?
MTHIE SPACES schreibt zum im Umfeld der Internet-Meinungsmacher zwiespältig angenommenen Aufkommen von Bezahlinhalten bei digitalen Pressemedien:"Um diesen Schritt so einfach wie möglich zu machen, sollten die (...) Beträge für einzelne digitale Artikel (angemessen sein). (...) 10 Cent pro Artikel ist angemessen, aber 1,– € viel zu teuer. Die gesamte Tagesausgabe würde für aber für 1,– € vielleicht deutlich häufiger digital gekauft werden, als es jetzt in Papier- und Digitalform zusammen geschieht."
Das sehe ich ähnlich. Klar gibt es noch ein paar Unterschiede in der Art, diesen Wandel von Print zu Digital-Medium auch finanziell zu untermauern. Aber Fakt ist: Gedruckte Medien werden in den kommenden Jahren zu Sonderformaten. Die breite Masse wird ihre Nachrichten und Themenartikel digital lesen - sei es per Smart Phone, per Lesegerät oder (dann fast schon ganz oldschool) auf dem Rechnermonitor. Da werden nur noch einzelne Special Interest Formate gedruckt sowie vermutlich ein paar andere Dinge, von der Postwurfsendung (ja, die immer noch!) bis hin zur exklusiven Einladungskarte oder Buchedition.
Um die Thematik und Dramatik des Wandels einer Branche von Druck zu Digital zusammenzufassen: Die Presse macht grade dieselben Erfahrungen wie die Musikindustrie/-branche. Daher wäre es für die Verlage ratsam, einfach dorthin zu schauen und aus den Fehlern und bitteren Erfahrungen der Musik-Vertriebe direkt zu lernen.
Kunden wollen nach wie vor lesen. Aber eben ihre präferierten Artikel oder eine Artikelauswahl. Und sie kaufen daher lieber nur diese als gleich die ganze Zeitung. Kunden würden sogar eine Artikel-Auswahl aus diversen unterschiedlichen Presse-Medien kaufen. Klingt vertraut? Klar, aus der Musikbranche.
So ist selbstverständlich auch der Einzelpreis eines Artikels viel geringer anzusetzen. Und dass dies sehr, sehr gut funktioniert, sehen wir beim iTunes-Store- und anderen Music-Store-Modellen. 1 Song à 0,99 EUR wäre dabei gleichbedeutend mit 1 Artikel à 0,10 bis 0,50 EUR.
Die Masse macht's. Der Vorteil liegt auf der Hand - es könnte genauer auf die Zielgruppen hin abgerechnet und gearbeitet werden und weniger Mehrfachleser (als die üblichen Zeitungs-Zweit- und Drittleser) geben und dafür mehr "Unique" Leser (im Sinne von Unique Visitors).
Denn dass die Menschen lesen wollen und auch literarisch offen sind (als Leser und Autoren) , sieht man an der rasant gewachsenen Anzahl an Blogs. (Qualität ist eine andere Frage, klar - aber auch das Spektrum an Presse-Medien umfasst ebenso Klatsch und Tratsch wie Strickanleitungen oder hochgebildete bis wissenschaftliche Diskurse.
Es geht hier für die traditionelle Presse um die Akzeptanz eines kompletten Wandels - inklusive neuer Geschäftsmodelle.
Denn da sind die Leser-Menschen schon weiter, vermute ich mal.

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