Phaeton - VW-Passat oder Bugatti Roma? Pimp my VW...

Zielgruppen-Marketing und -Design? ....oder lieber doch nicht?
Ein Leserbrief.

Der Phaeton verkauft sich nicht? Wen wundert's...
Die beiden großen deutschen Autohersteller VW und Mercedes haben offensichtlich ein Problem: Ihnen fehlt der Blick für die Realität. Der Volkswagen "Phaeton" schaut aus wie ein hübsch gemachter Passat. Leider. Herrn Piëchs "Pimp my VW" sozusagen.

Bitte nehmen Sie es mir nicht übel, falls Sie Phaeton-Fan sein sollten. Aber die Zielgruppe spricht dieser Wagen wenig an.
Denn wer sollte es solch einer anspruchsvollen Zielgruppe verdenken, dass man - bei noch so viel Bedarf an Understatement - lieber nicht mit einem High-Class-Car fahren möchte, das nach außen hin so gar nichts an Klasse hat - abgesehen von den hübschen "Adleraugen" und einem übergroßen blitzenden VW-Logo auf dem schönen Kühlergrill.

Volkswagen denkt zu demokratisch für die Preisklasse und macht einen zu großen Spagat: Die Nähe zum Klein- und Mittelklassewagen-Design ist nicht sinnvoll und stimmig. Welcher der Käufer möchte schon einfach den großen Polo- oder Golf-Verwandten fahren? Das mag überheblich klingen - aber de facto bewegt sich die avisierte Zielgruppe in anderen Konsum-, Qualitäts- und Marken-Sphären.

Zum Vergleich: Einen interessanten und wahrscheinlich besseren Weg hat Toyota gewählt. Die Marke Lexus zielt auf die Oberklasse und heißt darum auch nicht Toyota (auch wenn Toyota für Qualität bekannt ist).

Mir scheint, es fehlte hier seitens VW der Mut zur Entscheidung.
Für eine eigene Marke. Oder man wollte mit dem Phaeton die ganze Marke VW emporhieven.

Das aber schadet nun dem Gesamtkonzern. Denn ich glaube nicht, dass der Golf-Fahrer sich derart stark daran orientiert, dass aus demselben Hause auch ein Luxuxschlitten kommt. Die Kaufentscheidung wird eher durch anderes beeinflusst.


Wenn schon Imagelift: Was ist mit Bugatti?

Nun gibt es im VW-Konzern ja noch den "Bugatti Veyron". Der Supersportwagen par excellence. Schön, elegant, exzellente Qualität - und dazu noch ganz gut Kraft unterm Kühler. Und dieses Automobil sieht nicht nur rasant aus, der Wagen ist auch noch verdammt schnell. Es ist also durchaus möglich, dass der "Veyron" stattdessen nun einen besseren Start hinlegt.

Denn er hat als neues Automobil in diesem Segment noch einen Bonus: Er heißt auch nicht "Volkswagen". Aus gutem Grund.


Und was hat das nun mit Mercedes zu tun?

Ein weiteres deutsches Automobil-Haus machte einen ähnlichen Fehler wie VW - in die andere Richtung. Auch hier gehts um Zielgruppen. Und es geht um ein nun lädiertes Image der hochklassigen Marke Mercedes: Wir sprechen vom Smart. Den Smart zu schaffen war die richtige Entscheidung. (er heißt im Übrigen auch nicht "Mercedes"!)
Und die kleine Marke hat die große Marke verjüngt.

Darauf aufzusetzen und einen Viersitzer zu bauen, war vielleicht noch eine Idee wert.

Den Viersitzer aber dann so zu gestalten, dass er ausschaut wie ein ganz normaler Familienkleinwagen-Franzose oder -Japaner, bloß mit "bunten Plastikspangen" als "Designelementen", das war definitiv falsch.
Wer einen Smart will, der will eben definitiv nicht einen normalen Viersitzer...
Davon gibt es bereits genug am Markt.

Die jedoch nun erfolgte stückweise Rücknahme des "For-Four" vom Markt mit öffentlichen Diskussionen zur allgemeinen Zukunft des Smart war schädlich für die Mutter-Marke "Mercedes".


Man hätte es ahnen können.

Bei Freunden und Kollegen hier im Büro gab es zu beiden Wagen "Smart For Four" und "Phaeton" schon zum jeweiligen Produkt-Start anregende Diskussionen.Sie liefen - kopfschüttelnd - darauf hinaus, dass VW und Mercedes hier ganz klar am Tor vorbeischossen. Leider.


VW - Was nun?

Wir denken, man sollte dem Phaeton ein leichtes Facelift geben - und das VW-Logo gegen das Bugatti-Logo austauschen.
Das wäre dann der passende Bugatti für die Tour in der Stadt. Sieht gut aus. Hat das richtige Image und die nötige Distanz zum kleinen Konzern-Geschwister "VW".

Wir haben auch gleich den Namen dafür: Bugatti Roma.

Bleibt nur die Frage, ob die VW-Leitung sich solch eine Umbenennung zutrauen würde...


Leserbrief von W. M. Kunze in der FTD.de veröffentlicht.


~*~


Zum Schluss unser Anzeigentest: Vielleicht findet sich ein scheckheftgepflegter Phaeton für Sie?

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