Druckmedien - sichtbare Umstellung auf digitalen Vertrieb

Die erste Tageszeitung wird digital. Ergänzend zum trendquest-Artikel vom 02.03. nun die sichtbare Verlags-Umsetzung der Trendwende.
Die Trendwende im Zeitungswesen lässt sich bereits dokumentieren:
Wie der US-Verlag Hearst Corporation vor einigen Tagen ankündigte, beabsichtigt das Unternehmen, eigene Tageszeitungen sukzessive ins Internet zu stellen - und dabei soll es nicht bleiben:

Hearst will ein eigenes eBook-Lesegerät produzieren. Die Perspektive dürfte sein: Verkauf des Lesegeräts und damit im Paket eine Art Zeitungsabo, das vermutlich an das Llesegrät gebunden sein wird. Denn nahezu sämtliche Zeitungsverlage haben Bedarf, neue Geschäftsquellen zu entwickeln, um Kosten zu decken und das sinkende Anzeigengeschäft im Printbereich (Internet teils ebenfalls) auszugleichen.

Infoquelle: Hearst Corporation: www.hearst.com
Die erste vom Verlagshaus als reine Internetausgabe produzierte Zeitung wird "The Seattle Post-Intelligencer" sein.

Auswirkungen auf angeschlossene Branchen

Ob Mitarbeiterzahlen reduziert werden, ist noch nicht kommuniziert. Indirekte Auswirkungen betreffen jedoch die mit dem Zeitungswesen verbundenen Branchen, dort wird es im Zuge der Digitalisierung des Zeitungsvertriebs zu Einbußen kommen: Druckereien, Transportunternehmen, Presseverkauf, Kioske, ...

Zukunft der digitalen Presse

Infoquelle Hearst-eBook Reader: Electronista.com
Weitere Zeitungen aus dem Hearst-Verlagshaus werden sicherlich folgen, spätestens dann, wenn das Hearst-eBook auf dem Markt erhältlich ist. Noch dieses Jahr soll das Gerät im Handel sein (Quelle: Electronista.com).
Und die Wettbewerber werden sich diesem oder ähnliche Geschäftsmodellen anschließen.

Denn die ersten wiederbelebten kostenpflichtigen Internet-Angebote werden momentan von vielen Lesern nicht akzeptiert.
Dieses Modell wird sich wahrscheinlich erst durchsetzen, wenn das Zeitungslesen nicht mehr an Notebooks und Desktopmonitore gebunden ist und man stattdessen bequem mit eBook-Lesegeräten (mit Drahtlos-Internet) seine Zeitung wieder überall lesen kann.

Kommentare

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#1 mcmarbi am 01.04.2009 17:17:
Alles schön und gut, aber die Lesegeräte sind zu klein, zu teuer und nicht wirklich schön. Die angebotenen Inhalte zu popelig. Sicher muss man in Deutschland erst noch 3 bis 5 Jahre warten und dann das Doppelte der Amis bezahlen. Auswählen darf man sicher auch nicht, so dass Megabyteweise Nachrichtenmüll übertragen wird. Alles Pippifax für Leute mit zu viel Kohle.
#2 Norman Wagner am 26.05.2009 10:27:
Alle Zeitungen in Deutschland haben zusammen eine Auflage von rund 26 mio. Exemplaren.

Aller ePaper der deutschen Zeitungen zusammen haben eine Auflage von 80.000.

Quelle IVW.

Das ist mir mehr ein netter Versuch als ein Trend.

Allerdings bin ich überzeugt, dass in dem Thema ePaper noch sehr viel mehr Potential steckt. Als reine Kopie des Print-Produktes allerdings nicht.
#2.1 Walter Matthias Kunze am 03.06.2009 12:23:
Wir sind da ja auch erst am Anfang der Entwicklung... Dass jedoch die US-Großverlage als Vorreiter Zug um Zug ihre Tages- und Wochen-Zeitungen digitalisieren, finde ich signifikant genug für einen Trend. Selbstverständlich sind Europa und Deutschland etwas anders aufgestellt, und es wird hier ein bisschen länger dauern, bis man gleichzieht. Dennoch halte ich diese Entwicklung für unausweichlich (inkl. der Herausforoderungen für die Druckindustrie und dortigen Dienstleister)...

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