Die Erfindung der Druckerpresse ... und unterschätzte Medien-Trends

Gutenbergs Erfindung, Druckindustrie, Digitale Medien - Die Wirkung unterschätzter Trends.
Es war einmal ein Mann, der schaffte mit einer Idee einen Trend: Er nahm eine Weinpresse, aus Buchenholz geschnitzte Buchstaben und Farbe und druckte das erste Buch. Johannes Gutenberg revolutionierte mit seiner ersten Druckerpresse das gesamte Informationswesen. Plötzlich gab es ein neues Medium, mit dem viel mehr Menschen als zuvor vielschichtige Informationen bekommen (und verbreiten) konnten. Das Informationsmonopol war weniger eingeschränkt. Jeder konnte schneller Nachrichten, Flugblätter und Bücher verbreiten und lesen.

Die alte Druckerpresse wurde Grundlage für die Verbreitung unserer heutige Presse-Landschaft. Nach Erfindung der Druckerpresse hatte sich dann Stück für Stück ein neues Informationsmonopol entwickelt. Diesmal auf Seiten der Verleger und Medienkonzerne.

www... (und ein Film zum Schluss)

Dann kam Tim Berners-Lee und entwickelte die Grundlagen des Internet, es kamen erste Mobiltelefone, Notebooks und schließlich eBooks. Das Internet, nochmals begünstigt durch die mobilen Technologien, war die Grundlage für eine neue Umwälzung der Informations-Medien.
Wer schreiben und publizieren möchte, hat nun keine teuren Kosten für Druck und Vertrieb zu bewältigen. Aktualität, gute Texte, Website und kleines CMS oder Blog sind ausreichend.

Dies ist das Ende der klassischen Presse-Medien (und vielleicht bald der TV-Medien). Die neuen Reporter produzieren mit günstigen Rechnern, ohne teure Photo- und Filmkameras. Sie sind sowohl Profis als auch Laien, denn auch die ehemaligen Leser fangen an, über ihr Umfeld und Ereignisse des Weltgeschehens zu berichten. Es fällt das nächste Informationsmonopol (trendquest wies mehrfach darauf hin) .

Die Trendfragen sind:
• Was machen die klassischen Presse- und Medienhäuser nun, und haben sie eine Chance, mit bezahlten Inhalten wieder Geld zu verdienen?
• Ist das News-Abo, vielleicht als Flatrate und zusammen mit einem Lesegerät, die Lösung? Oder bietet sich lieber gleich die Gesamt-Medien-Flatrate an - als eine Art GEZ für alles?
• Warum haben diese Medien-Unternehmen diese doch bereits vor 10 Jahren so offensichtlichen Tendenzen nicht umgesetzt oder umsetzen können? Waren sie zu behäbig? Oder lag es an der fehlenden Technik?
• Wie schaffen es ehemalige Blogautoren, zum Beispiel Arianna Huffingtons "Huffington Post", sich mit den neuen digitalen Medien als neue Presse-Helden zu etablieren?
• Fällt auch die Qualität der Information im Zuge von Digitalisierung und Bürgerjournalismus?
• Was geschieht mit dem Gros der Druckereien? Müssen sie sich auf Digitalproduktion (für e-Zeitungen) oder gar auf 3D-Druck umstellen? Werden sie in 5 Jahren noch gebraucht?

Symptomatisch für diese weltweite Entwicklung und nicht realisierte Trends sowie verpasste Chancen - Der Film zum Ende der mehrfach mit Preisen ausgezeichneten "Rocky Mountain News" aus Denver:


Final Edition from Matthew Roberts on Vimeo.


Fazit

Medien und Presse gehen den Weg der Digitalisierung. Der Trend zum Multichannel-Medium (Social Media, Web der Dinge, Ambient Media, Augmented Reality), zum Bürgerjournalismus und zur Digitalen Demokratie und/oder Regierungsform ist in der Öffentlichkeit noch lang nicht so präsent, wie er es sollte.

Die von trendquest seit Januar 2006 prognostizierte globale Wirtschaftskrise ist nun der finale Filter und Auslöser für den Wandel und Umbruch.
Wir sehen das Ganze auch positiv im Sinne der Chancen und umsetzbaren Möglichkeiten für Wirtschaft und Menschen: Viele neue Medien und Wirtschaftszweige wachsen heran, die nach dem Tief des Umbruchs in einigen Jahren eine neue Stabilität und Kommunikationsqualität bieten können.


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trendquest: wir achten auf die zeit. | we are watching the time. | in Druckmedien - sichtbare Umstellung auf digital am 06.03.2009 10:47:
Die erste Tageszeitung wird digital. Ergänzend zum trendquestNews-Artikel vom 02.03. können wir nun die erste sichtbar umgesetzte Trendwende im Zeitungswesen dokumentieren. Wie Verleger Hearst des US-Verlags Hearst Corporation vor einigen Tagen ankündigte
trendquest: wir achten auf die zeit. | we are watching the time. | in Druckmedien - sichtbare Umstellung auf digitalen Vertrieb am 18.03.2009 18:29:
Die erste Tageszeitung wird digital. Ergänzend zum trendquest-Artikel vom 02.03. nun die sichtbare Verlags-Umsetzung der Trendwende.Die Trendwende im Zeitungswesen lässt sich bereits dokumentieren: Wie der

Kommentare

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#1 Rafael Knuth am 03.03.2009 09:44:
Habe mir den Dokumentarfilm angeguckt, mich treiben ähnliche Fragen an - das Buch "Here Comes Everybody" von Clay Shirky war hier für mich wie eine Erleuchtung. Denn was wir erleben, ist dass die Kosten für Herstellung und Verbreitung von Information kollabieren. Und was wir dabei nicht wahrnehmen: Dieses Phänomen ist nicht neu, wir haben es schon vielfach erlebt - und es war immer der Beginn einer neuen Ära. Mit dem Buchdruck kollabierten erstmalig die Kosten für die Herstellung und Distributrion von Büchern. Sie mussten nicht mehr von Hand geschrieben werden. Dies war ein wichtiger Wegbegleiter des Übergangs vom Mittelalter zur Renaissance. Es kollabierten in den nachfolgenden Jahrhunderten die Preise für medizinische Grundversorgung, Elektrizität, Nahrungsmittel ... was einen bisher nie dagewesenen Wohlstand und Lebenserwartung zur Folge hatte. In den 20er Jahren dieses Jahrhunderts kollabierten die Kosten für die Herstellung von Automobilen. Was Mobilität im großen Stil ermöglichte. Seit Ende der 80er Jahre kollabieren die Kosten für Information. Die Frage (die wir völlig vernachlässigen) ist nun: Welche gesellschaftlichen Entwicklungen, welche neuen Märkte werden durch diesen Preiskollaps möglich? Statt dessen fragen die meisten, wie sie den Status Quo erhalten können - siehe "Last Edition". Die meisten Medienhersteller haben noch nicht verstanden, dass sie einen Weg finden müssen, ihre Kosten dramatisch, ja gegen null zu senken - und darauf ihr Business auszurichten. Sie müssen ihre Produkte kostenlos weggeben und andere Einkommensmöglichkeiten finden. Google mag da für viele eine Inspiration sein: Sie geben ein Produkt kostenlos weg, in dem hunderte von millionen an Entwicklungskosten stecken - und verdienen im Gegenzug Milliarden.

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