Bezahlen via Facebook - Social Communities uebernehmen zunehmend auch Eigenschaften echter Kommunen

Die übliche Gemeinde mit Einwohnern, Unternehmen, Finanzdienstleistern, Sozialen Einrichtungen, etc. zahlt ihre Infrastruktur vereinfacht gesagt mit Steuereinnahmen, Spenden und ein paar vermieteten Plakatwänden.

Die übliche Web-Community lebt vom Vermieten von Anzeigenplätzen und vielleicht dem Verkauf oder Vermieten von Nutzerdaten und Platz im Inhalt an Kooperationspartner. Bei manchen Communities kommen noch Mitgliedsbeiträge hinzu.

Nun wächst beides mehr und mehr zusammen

Je größer eine Community ist, desto interessanter wird sie für Werbetreibende und Dienstleister. Wenn solche Betreiberkooperationen gut gemacht sind, tragen sie zur Qualität der Inhalte bei. Dadurch erhöht die Community auch für die Nutzerbindung. Und die Nutzer entwickeln die Bereitschaft, im Rahmen der Community auch Einkäufe zu tätigen.
Wie in einer richtigen Gemeinde trifft man sich nicht mehr nur in der Kneipe oder auf dem Marktplatz sondern man geht auch mal einkaufen oder zur Bank.

Quellen:
Eigene Recherchen und Daten 2004-2009
Facebook-Pressebericht FT.com vom 02.Juni 2009
Einkauf und Finanzdienstleistung? Beides wird umfassend kommen - es ist in ersten Grundzügen sogar bereits verfügbar. Die Web-Community Facebook, derzeit weltweit größte Web-Community, wird demnächst sowohl community-interne Bezahlsysteme einführen als auch die Shopping-Angebote erweitern. Facebook möchte laut eigener Aussage bald seine Gesamteinnahmen zu einem Drittel mit Shopping-Transaktionsgebühren (in einer Gemeinde wären das dann die Steuern) verdienen. Und auch Finanzdienstleistungen werden hier sicherlich bald ihren Einzug finden.

Neues Gemeindemodell der Staaten

Gewissermaßen können wir Facebook und die Web-Communities als grobes Vorbild sehen für ein neues Gemeindemodell der Staaten. Noch sind viele Dinge ungeklärt: Politik und Parteien sind zwar bereits in ersten Schritten präsent, aber wie sollen zum Beispiel Online-Wahlen sicher durchgeführt werden? Und wer garantiert den Datenschutz und die Trennung öffentlicher Bereiche zu von Unternehmeren betriebenen oder geförderten Community-Bereichen? Das ist in der Gemeinde am Ort beim Sponsoring des örtlichen Sportvereins durch angesessene Unternehmen noch einfacher.
Hier werden sich Gemeinden, Staat und Unternehmen mit vielen neuen Herausforderungen und Lösungsfragen befassen müssen. Denn die digitalen Grenzen zwischen echter Demokratie und Konsumenten-Gesellschaftsform sind fließender und durchlässiger.

Online-Demokratien und -Gemeinden ab 2020?

Die reale Gemeinde als Online-Community - selbstverständlich muss es nicht Facebook sein (noch ist genügend Zeit für Wettbewerber, gleichzuziehen; besonders die Communities aus dem asiatischen Raum sind zu beachten!).
Auch wenn eine zeitliche Prognose nur grob machbar ist: Es ist mit Sicherheit nur eine Frage der Zeit, bis Staaten und Gemeinden ihre Verwaltungen, demokratischen Institutionen und Strukturen komplett digitalisieren werden.

Viele erste Modelle werden getestet, noch jedoch sind Infrastrukturen nicht ausreichend vorhanden (siehe z.B. die DSL-Ausbaupläne der Bundesregierung) und noch sind viele Fragen zu Sicherheit und Datenschutz nicht geklärt. Wir rechnen daher damit, dass der Wechsel in der weltweiten Verbreitung in ca. 10-15 Jahren sichtbar sein wird.



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